Der Garten im Spätsommer

Spätsommer. Auch bei uns im Norden ist es mal richtig heiß, und das schon ziemlich lange. Jetzt zeigt sich, welche Pflanzen an ihrem Standort-Optimum sind, denn dann kommen sie mit solchen Extremwetterlagen am besten zurecht. Obenauf sind natürlich auch diejenigen, die aus wärmeren Gefilden kommen. Dafür haben diese Pflanzen in der Regel mehr Stress in kalten Wintern (wenn es denn noch mal welche gibt).

 

Trotzdem: Das ist der dritte Sommer in Folge, an dem es hier kaum regnet, und die Winter sind auch nicht viel besser. In der Folge konnte man den Boden schon im Frühjahr nur noch mit Presslufthammer bearbeiten. Daran hat sich bis heute kaum was geändert. Zum Glück haben wir viele Bodendecker, die wenigstens etwas Feuchtigkeit zurück halten. 

Der Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) stammt aus dem Mittelmeerraum und ist hier oben nicht so ganz frosthart. Er ist eigentlich immergrün, aber hier killt der erste Frost sämtliche Blätter. Trotzdem treibt er jedes Jahr im Mai tapfer wieder aus. Der Mai ist eigentlich seine Blütezeit, aber da man ja schließlich nicht alles auf einmal machen kann, blüht er hier eben im August.

Er hat eine nach Norden und Osten hin geschützte Ecke, nach Süden und Westen bekommt er volle Sonne. Und je heißer es ist, desto besser fühlt er sich. Seit drei Jahren kann ich sogar seine Früchte ernten. Im Winter bekommt er einen Schal aus Vlies.

Für Mister Lavendel (Lavandula angustifolia) kann es auch nicht heiß genug sein. Hier tummeln sich in voller Sonne zudem die Insekten. Extra Wasserbedarf ist bisher Fehlanzeige. Dafür beduftet er jeden, der sich auf dem Gartenweg an ihm vorbei drücken muss. Definitiv nichts für Leute, die Angst vor Bienen haben ;-)

Der inzwischen ausgeblühte Schmetterlingsflieder (Buddleja davidii) ist auch einer von den Harten im Garten. Vor kurzem noch war alles voll mit seinen lila, intensiv duftenden Blüten, die tags von Bienen und Tagfaltern, abends von allerlei brummenden Nachtfaltern besucht wurden. Da aber keiner mehr durchkam und alle Wagemutigen mit unzähligen kleinen, kratzigen Blütenresten versehen wurden, die wirklich überall drin hingen, hat er vor kurzem einen Mecki-Schnitt verpasst bekommen. Jetzt steht mein Liegestuhl wieder im Freien. Vorher hing ich unter den ganzen Blüten und konnte die Bienen von unten beobachten :-)

 

Der Phlox im Hintergrund hat jetzt übrigens die Beduftung und Nachtfalterbetreuung übernommen.

Die Herbstanemone (Anemone hupehensis) kündigt schon den nahen Frühherbst an und kommt als Asiatin mit der Trockenheit gut zurecht. Der Monarde (Monarda didyma) im Hintergrund ist es zu trocken. Sie schwächelt ein wenig und blüht dieses Jahr weniger üppig. Die Rosen im Hintergrund sind als Tiefwurzler von dem ganzen Hitze-Gedöns komplett unbeeindruckt.

Noch jemand, dem Trockenheit piepegal ist: Das Eisenkraut (Verbena officinalis) wandert mal wieder im Garten umher. Auch zwischen Pflastersteinen kann es offenbar ganz schön sein.

 

Zwischen den Bodendeckern, die von der Seite her ins Bild krabbeln, tummeln sich diverse kleine Fröschlein, die uns jedes Jahr hier beglücken. Bei Regen (was ist das?) hüpft es dann im ganzen Garten und ich muss die Kasematte bedecken, weil sonst massenhaft winzige Frösche in den Keller abstürzen, wo ich sie mühsam wieder heraus sammeln muss. Zwischendurch hört man hier und da auch mal einen großen Grasfrosch quaken.

Diese blauen Mädels sind ebenfalls ganz gut für trockene Phasen gerüstet. Die Wegwarte (Cicorium intybus) hat bislang keine Anzeichen von Schwäche offenbart. Die Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus) im Hintergrund ist ebenfalls Fan von steinigen, trockenen Böden und viel Sonne und Wärme. Sie wird gerne von Insekten "heimgesucht", wie auch die Wegwarte.

Wichtig! Bitte beachten!

 

Ich bin weder Ärztin noch Heilpraktikerin noch Apothekerin. Die bei einigen Artikeln beschriebenen Wirkungen von Pflanzen haben lediglich informativen Charakter und beruhen auf dem Wissen aus meiner akademischen Ausbildung als Botanikerin sowie auf eigenen Erfahrungen. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Es wird ebenso keine Haftung für eventuelle Schäden durch die unsachgemäße Verwendung von Pflanzen und deren Zubereitungen übernommen.