Der Garten im Winter

Jetzt im Winter sieht der Garten erst recht ziemlich verwildert aus. Ich bemerke immer wieder, dass einigen Besuchern kurzzeitig die Gesichtszüge entgleisen, wenn sie einen ersten Blick durch das Wohnzimmerfenster auf den Garten werfen (menschlichen wohlgemerkt, tierische finden das eher toll). Aber gut, jedem das Seine ;-)

 

Mir persönlich ist wild am liebsten. Trotzdem werde ich diesen Winter wohl mal den Gehölzen zu Leibe rücken müssen. Denn sonst ist der Garten nächstes Jahr komplett ohne Sonne, was wiederum für die vielen Bienen und anderen Sonnenanbeter, die meinen Garten besuchen, weniger erfreulich wäre. Also: Kompromiss suchen und wenigstens etwas schneiden. Auch sonst ist im Winter immer ordentlich was zu tun, weil man jetzt an Sachen dran kommt, die im Sommer schlicht zugewuchert sind.

 

Dieses Gestell, das hier als "Rosenbogen" firmiert (huahaha), muss in diesem Winter auch mal dringend überarbeitet werden, bevor es unter der üppig wuchernden Rose zusammenbricht. Immerhin hat es ja ein gutes Jahr gehalten. Es war ursprünglich als erste Behelfsmaßnahme geplant, damit man nicht ständig in den stacheligen Zweigen hängen bleibt. Leider bleibt man jetzt trotz Rosenbogen in den stachelingen Zweigen hängen, denn seit diesem Sommer nimmt die Rose auf eigene Faust einige Umbauarbeiten vor, mit denen ich nicht so ganz einverstanden bin.

Laub bleibt hier traditionell auf den Beeten und unter den Büschen liegen. Es dient als Frostschutz und als Winterquartier für allerlei Krabbelgetier. Auch die eine oder andere Kröte hat sich sicherlich wieder darin vergraben. Sie aufzuscheuchen, wäre für die Tiere fatal, denn je nach Temperatur können sie sich kaum bis gar nicht bewegen (Kältestarre). Jede Art von Störung verursacht daher Stress und verbraucht zusätzliche Energie, die sie benötigen, um den Winter zu überleben. Darum werden die Laubhaufen bis zum Frühjahr nicht angerührt. Außer natürlich von den Amseln, die fleißig darin wühlen.

Die abgestorbenen Teile der Stauden sowie Früchte der Wintersteher schneide ich nicht weg, auch wenn das nicht sehr ordentlich aussieht. Macht nichts. Denn darin überwintern viele Insekten, andere haben dort ihre Eier abgelegt. Und sie schützen empfindliche Pflanzenteile vor dem eisigen Ostwind. Zudem sind die Samen in den Blütenständen eine willkommene kulinarische Abwechslung für die Vögel, ebenso wie die Früchte.

 

Hier sieht man die Erneuerungsknospen, mit denen die Pflanze im Frühjahr wieder austreibt. Bei manchen Arten (den sogenannten Hemikryptophyten) sind sie dicht an der Erdoberfläche, wie hier bei der Großen Fetthenne (Hyotelephium telephium). Bei den Geophyten beispielsweise liegen sie in der Erde, wie etwa beim Salomonssiegel oder beim Buschwindröschen.

Dieser "Busch" ist (vermutlich) eine Dornige Hauhechel (Ononis spinosa, zumindest stand das auf der Samentüte, aber sie hat keine Dornen :-) Offenbar habe ich beim Umtopfen dieses Frühjahr für meine "Hauhechel-Substrat-Komposition" die richtigen Zutaten gewählt (Gartenerde plus Sand plus eine Prise Kalk), denn seitdem wächst sie durch die Decke, bzw. enorm in die Länge und Breite. Nächstes Jahr kommt sie aus dem Topf raus und ich muss einen halbwegs sonnigen, trockenen Standort für sie finden.

Diese kleinen Gesellen werden (hoffentlich) zu großen Königskerzen (Verbascum densiflorum). Die ideale Zeit zur Aussaat wäre eigentlich der Sommer gewesen, so dass sie vor dem Winter noch kleine Blattrosetten hätten ausbilden können. Aber da in diesem Jahr manches nicht so gelaufen ist, wie ich das gerne gehabt hätte, sind sie leider erst im Oktober in die Erde gekommen. Allerdings gehören sie zu den Harten im Garten und haben die ersten Frostnächste entspannt überstanden. Und wenn ich es schaffen sollte, endlich mal das Frühbeet zu streichen, haben sie für den Rest des Winters auch einen guten Schutz. Die übrigen Töpfchen beherbergen übrigens Natternkopf (Echium vulgare), Stockrose (Alcea rosea) und Odermennig (Agrimonia eupatoria). Sollte alles gutgehen, kommen die kleinen Sonnenanbeter in den Vorgarten, der Rest wird an Wildblumenfans im Freundeskreis verschenkt.

Wichtig! Bitte beachten!

 

Ich bin weder Ärztin noch Heilpraktikerin noch Apothekerin. Die in einigen Artikeln beschriebenen Wirkungen von Pflanzen haben lediglich informativen Charakter und beruhen auf dem Wissen aus meiner akademischen Ausbildung als Botanikerin sowie auf eigenen Erfahrungen. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Es wird ebenso keine Haftung für eventuelle Schäden durch die unsachgemäße Verwendung von Pflanzen und deren Zubereitungen übernommen.