Wintersteher

Was sind Wintersteher? Ganz einfach: Pflanzenarten, deren Früchte und Samen auch im Winter an der Pflanze hängen bleiben. Wenn man jetzt draußen spazieren geht, leuchtet es überall aus den (Wild)Hecken und Gebüschen. Zu sehen sind die Früchte verschiedener Gehölze, die man ohne das Laub besonders gut erkennen kann. Diese Wintersteher sind aber nicht nur hübsch anzuschauen und bringen Farbe in das triste Novembergrau, sondern sie sind auch wertvolles Winterfutter für Vögel und Kleinsäuger. Darum solltest du sie auch im Garten möglichst hängen lassen. Mehr noch: Falls du gerade deinen Garten neu planst, lohnt es sich, auf heimische Gehölze zurückzugreifen. Jetzt ist übrigens eine gute Pflanzzeit dafür.

Ein wunderschöner Wintersteher sind die verschiedenen Wildrosen. Die Hagebutten der Hunds-Rose (Rosa canina, Foto oben), der Dünen-Rose (Rosa spinosissima) und der Feld-Rose (Rosa arvensis), aber auch der eingewanderten Arten Büschel-Rose (Rosa multiflora, Foto links) und Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) bieten Vögeln und Kleinsäugern Futter im Winter, im Sommer sind sie Schutz und Nistplatz. Ihre Blüten sind zudem Anziehungspunkt für viele Insekten. Ach ja, Wildrosen sind dazu gute Heilpflanzen. Ein Tee aus Blüten hilft bei Kopfschmerz, Rosenwasser ist gut für die Haut. Aus den Hagebutten macht man bekanntlich einen sehr Vitamin-C-haltigen Tee. Nicht gerade mein Geschmack (musste ich im Kindergarten immer trinken), aber eben sehr gesund.

Ein ähnlich gutes Wildgehölz ist der Weißdorn, die zwei bei uns häufigsten Arten sind Crataegus monogyna und Crataegus laevigata. Auch er ist ein prima Nistgehölz und Versteck für Vögel und Kleinsäuger. Seine kleinen roten Steinfrüchte werden gerne von Vögeln gefressen. Weißdornhecken sind aus meiner Sicht eine prima Alternative zu dem ganzen immergrünen Zierholz-Gedöns im Garten. Sie sind absolut dicht, blühen schön (auch wenn die Blüten etwas merkwürdig riechen ;-) und sie sind ökologisch sehr wertvoll. Blüten und Früchte sind anerkannte Heilmittel bei Herzbeschwerden.  

Eine ganz besondere Freundin von mir ist die Stechpalme (Ilex aquifolium), vermutlich weil ich mir ihre piekigen Blätter gerne mal unfreiwillig in die Augen donnere (das Beste war beim Ausritt: Stechpalme am Reitweg, die Kurve im Galopp ein wenig zu eng genommen und zack! Danach war erstmal für ein paar Meter Blindflug angesagt ;-). Die Stechpalme ist auch eine heimische Art (hier genauer beschrieben), hat wie schon erwähnt stachelige, immergrüne Blätter, und ihre kleinen roten Steinfrüchte sind ebenfalls ein guter "Futterspender" für verschiedene Vogelarten. Ihre Blüten duften angenehm und sind ein echter Bienenmagnet. Sie ist allerdings giftig. Trotzdem ist sie eine der wenigen Immergrünen, die ich für den Garten empfehlen kann.

Wichtig! Bitte beachten!

 

Ich bin weder Ärztin noch Heilpraktikerin noch Apothekerin. Die bei einigen Artikeln beschriebenen Wirkungen von Pflanzen haben lediglich informativen Charakter und beruhen auf dem Wissen aus meiner akademischen Ausbildung als Botanikerin sowie auf eigenen Erfahrungen. Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen gemacht. Ich übernehme keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben. Es wird ebenso keine Haftung für eventuelle Schäden durch die unsachgemäße Verwendung von Pflanzen und deren Zubereitungen übernommen.